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Waffenplatz

Zuständige Amtsstelle: Abteilung Militär

In Wil an der Aa erbaute der Kanton von 1775 bis 1781 nach Plänen von Baumeister Jakob Purtschert ein Kornhaus, in welchem in späteren Jahren Bestände des Kantonalen Zeughauses eingelagert wurden. Ab 1857 bis 1970 diente es auch als Kaserne. Das gut proportionierte, sechsstöckige Bauwerk des ausgehenden Barocks zieren die Wappen des Landes und des Stifters Jost Trachsler.

Mit dem Ausbau des Waffenplatzes, insbesondere dem Neubau der Kaserne und dem Umbau der alten Kaserne, wurde die traditionsreiche Militärgeschichte des Kantons weitergeführt. Der mutige und grosszügige Beschluss der Landsgemeinde 1969 zum Ausbau des Waffenplatzes Wil an der Aa wiegt heute ganz besonders, wissen wir doch, dass da und dort unsere Armee und damit unsere Landesverteidigung in Frage gestellt wird.

Zufolge der sehr engen topographischen Verhältnisse standen sich leider Angebot und Nachfrage in Bezug auf Zurverfügungstellung von notwendigem Ausbildungs- und Schiessgelände diametral gegenüber. Es blieb der einzige Weg, mit Korporation und Privaten zu verhandeln, damit durch vertragliche Abmachungen das erforderliche Ausbildungsgelände zur Verfügung gestellt werden konnte. Es darf mit Freude und Genugtuung darauf hingewiesen werden, dass besonders seitens der Genossenkorporation Stans die notwendige militärische Ausbildung auf grosses Verständnis stiess. Da die Unterkunft in der alten Kaserne und das Ausbildungs- und Schiessgelände leider seit längerer Zeit den Anforderungen nicht mehr genügten, war es deshalb nicht verwunderlich, dass sich die zuständigen Instanzen des VBS in den vergangenen Jahren ernsthaft mit dem Gedanken befassten, den Waffenplatz endgültig aufzugeben, was 1961 dann auch beschlossen wurde. Eine entsprechende Intervention des Regierungsrates im Jahre 1962 hatte den Rückzug der Kündigung zur Folge. Das Projekt von 1958 für den Um- bzw. Neubau einer Kaserne wurde fallengelassen und seitens des VBS die Beschaffung von Bauland für eine neue Kaserne sowie die Bereitstellung des notwendigen Geländes für die Errichtung eines Ausbildungs- und Schiessplatzes gefordert. Schliesslich konnte an der Landsgemeinde 1969 dem Nidwaldner Stimmvolk eine Vorlage zum Bau einer neuen Kaserne vorgelegt werden, die mit deutlichem Mehr angenommen wurde. Nach einer zweijährigen Bauzeit erfolgte am 12. Juli 1971 die Inbetriebnahme durch das Kdo der Geb Inf Schulen 11/211.

Der Waffenplatz entwickelte sich zu einem bedeutenden Ausbildungsort für die Infanterie. Nebst den jeweiligen Unteroffiziers- und Rekrutenschulen im Frühling und Sommer ist die Kaserne auch mit Führungslehrgängen, Stabsksursen und Taktisch-technischen Kursen belegt. Im ersten Halbjahr 1992 wurde die Kaserne einer ersten grösseren Sanierung unterzogen.

Schon bald aber traten Kapazitätsprobleme auf Grund einer unzureichenden Infrastruktur, vor allem im Ausbildungsbreich, zu Tage. Es entstanden immer wieder Engpässe und Überschneidungen, weil zu wenig Theorie- und Arbeitsräume für den Unterrichtsbereich zur Verfügung standen. Auf Grund eines erbrachten Bedürfnisnachweises stimmten der Bund und der Kanton im Jahre 1999 dem Projekt für die Erstellung eines neuen Unterrichts- und Lehrgebäudes zu. Dieser Neubau wurde nach nur einjähriger Bauzeit am 1. Dezember 2001 offfiziell in Betrieb genommen.

Gemäss Standortmodell drei des VBS und dem definitiven Entscheid des Generalstabschefs vom 21. Februar 2003 entsteht auf dem Waffenplatz das Kompetenz Zentrum für friedensfördernde Auslandeinsätze.

Am 1. April 2003 hat das Kommando AZ SWISSINT seine Büros im Unterrichts- und Lehrgebäude bezogen. Auf der Wiler Allmend wurde im Sommer 2003 das Camp SWISSINT gebaut, welches der Ausbildung von Kontingenten für Auslandeinsätze dient.

Am 4. Dezember 2003 ist dieses Camp in Anwesenheit des designierten Chefs der Armee, Korpskommandant Christophe Keckeis, eingeweiht worden.

Am 24. Oktober 2003 erfolgte anlässlich eines offiziellen Schlussanlasses die Auflösung der Gebirgs-Infanterieschulen 11/211. Seit der Gründung dieser Schule im Jahre 1971 wurden in der Kaserne rund 30'000 Rekruten, Unteroffiziere und Offiziere ausgebildet.

Die Armee 95 ist Geschichte. Am 1. Januar 2004 wurde mit der neuen Schweizer Armee gestartet. Sie ist die angemessene Antwort auf die vielfältigen Herausforderungen und auf die politischen Rahmenbedingungen unserer Zeit. Am 18. Mai 2003 haben Volk und Stände diese Armee mit eindrücklicher Mehrheit gutgeheissen.

Der Ausbildungskurs SWISSCOY 10 wurde vom 16. Februar bis 7. April 2004 erstmals im Camp SWISSINT durchgeführt.

Am 15. November 2004 hat das Kommando Kompetenz Zentrum SWISSINT von Bern nach Oberdorf gezügelt. Rund 40 Mitarbeitende haben ihre Büros im Büroprovisorium Halle 5 / Pavillon im ehemaligen BLW-Areal bezogen.

Nachdem die eidgenössischen Räte in der Herbst- / Wintersession 2004 im Rahmen der Immobilienbotschaft 2005 den entsprechenden Kredit des Bundes genehmigten, konnten ab Mitte 2005 die Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten der Kaserne in Angriff genommen werden.

Am 30. August 2007 konnte diese Bauetappe abgeschlossen und die erweiterte und sanierte Kaserne sowie das neue Kursgebäude dem Betrieb übergeben werden.

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