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Spendenkommission schliesst Arbeiten zu Unwetter 2005 ab

Die Spendenkommission «Unwettergeschädigte Nidwalden» hat 261 Spendengesuche behandelt und rund 3.2 Mio. Franken Spendengelder verteilt. Mit der Kenntnisnahme des Schlussberichtes dankt der Regierungsrat der unabhängigen Kommission für die grosse und effizient geleistete Arbeit zugunsten der Nidwaldner Bevölkerung.

Zwischen dem 19. und 23. August 2005 verursachten starke Niederschläge verheerende Überschwemmungen, Übersarungen und Murgänge in grossen Teilen des Kantons Nidwalden. Gesamthaft entstanden Schäden in der Höhe von rund 130 Mio. Franken an Gebäuden, Einrichtungen, Infrastrukturen und Kulturland. Obwohl der überwiegende Teil der Schäden durch Versicherungen und die öffentliche Hand getragen wurde, verblieben den Privaten ungedeckte Restkosten von rund 8.8 Mio. Franken. Die Gemeinden hatten Restkosten von rund 7.6 Mio. Franken zu tragen.

Einsatz einer unabhängigen Spendenkommission
Nachdem die Schadenbilder in den Medien erschienen waren, ging eine ungeheure Welle der Solidarität durch die Schweizer Bevölkerung. Aufgrund der zahlreichen Spendenangebote beschloss der Regierungsrat die Eröffnung eines kantonalen Spendenkontos und setzte eine unabhängige Kommission als Ansprech- und Koordinationsstelle für Beitragsgesuche zu Lasten dieses Spendenkontos sowie der Mittel der Glückskette ein, welche ebenfalls eine Sammlung durchführte. Mitte Juni 2006 ereigneten sich erneut lokale Unwetter, die vor allem in Wolfenschiessen zu Schäden führten. Der Spendenkommission wurde auch die Beurteilung dieser Fälle übertragen.

Grosse Anzahl Spendengesuche
Bei der Spendenkommission gingen betreffend das Unwetter 2005 167 Gesuche um Spendengelder ein, davon 29 von Privatpersonen, 100 von Landwirten, 5 von Gewerbebetrieben, 4 von Sportvereinen, 22 von Diversen (Korporationen, Flurgenossenschaften) sowie 7 von politischen Gemeinden. 24 Gesuche mussten abschlägig beurteilt werden, 12 Gesuche wurden zurückgezogen oder mangels Einreichung von Unterlagen abgeschrieben. Die anderen Gesuchsteller erhielten Beiträge von einigen hundert bis mehrere zehntausend Franken. An die Gemeinden Dallenwil, Ennetbürgen, Ennetmoos, Oberdorf und Wolfenschiessen wurden 1.86 Mio. Franken ausbezahlt, so dass die verbleibende Pro-Kopf-Belastung auf unter 125 Franken zu liegen kam.

Separat abgerechnet wurde die Futtermittelaktion. Durch das Amt für Landwirtschaft wurden 79 Gesuche um Futtermittelhilfe behandelt. Insgesamt konnten rund 1640 Siloballen, 445 Tonnen Heu und 22 Tonnen Stroh vermittelt und transportiert werden.

Nach dem Unwetter 2006 gingen weitere 15 Gesuche ein, 13 von Landwirten und je 1 Gesuch von einer Alpgenossenschaft und einer Korporation. 8 Gesuche mussten abgewiesen werden, weil aufgrund der verbleibenden Restkosten von wenigen tausend Franken nicht von einem Härtefall gesprochen werden konnte.

Schweizer Bevölkerung bekundet Solidarität
Auf das Spendenkonto des Kantons wurden für das Unwetter 2005 rund 460 000 Franken einbezahlt, davon 200 000 Franken von der Nidwaldner Kantonalbank, 100 000 von den Raiffeisenbanken und rund 160 000 Franken von Privatpersonen, Firmen und Organisationen. Die übrigen Gelder, welche zur Auszahlung gelangten, stammten von der Glückskette, der Caritas Schweiz und der Winterhilfe. Der Betrag der Glückskette belief sich auf 2 533 267 Franken, derjenige der Caritas auf 184 067 Franken (inkl. Futtermittelaktion) und derjenige der Winterhilfe auf 12 350 Franken. Die Spendenbeiträge an die Unwetterschäden 2006 in der Höhe von rund 70 000 Franken wurden sämtliche durch die Glückskette finanziert.

Effizientes Projektmanagement
Der Regierungsrat bedankt sich bei der Spendenkommission für die wertvolle Arbeit. Sie ist bei der Mittelvergabe stets nach einheitlichen Kriterien vorgegangen. Schlanke Prozesse und zweckmässige Strukturen ermöglichten ein effizientes Projektmanagement. Doppelspurigkeiten sowie Missbräuche konnten verhindert werden. Gestützt auf den Prüfbericht der Finanzkontrolle sowie den Schlussbericht hat der Regierungsrat den Mitgliedern der Spendenkommission unter Verdankung der geleisteten Arbeit Entlastung geleistet.

Mitglieder der Spendenkommission «Unwettergeschädigte Nidwalden»
  • Ruedi Jurt, ehemaliger Landratspräsident, Präsident
  • Margrit Barmettler, Geschäftsstellenleiterin Winterhilfe
  • Ruth Garcia, ehemalige Gemeindevizepräsidentin Hergiswil
  • Christian Gut, Caritas Schweiz, Koordinator Glückskette
  • Michael Kohler, ehemaliger Direktor NSV
  • Margrit Kopp, ehemalige Gemeindepräsidentin Wolfenschiessen
  • Urs Achermann, Direktionssekretär BD/LUD, Sekretär

Bild Spendenkommission
Baudirektorin Lisbeth Gabriel (rechts) als Vertreterin der Nidwaldner Regierung zusammen mit dem Präsidenten der Spendenkommission «Unwettergeschädigte Nidwalden» Ruedi Jurt (Mitte) und Urs Achermann, Sekretär der Spendenkommission.
DokumenteMedienmitteilung Spendenkommission (pdf, 38.6 kB)
Bild Spendenkommission (JPG, 4135.5 kB)


Datum der Neuigkeit 8. Apr. 2010
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